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PDF, JDF und Co.


Mit einer PDF- oder einer Postscriptdatei ist sicherlich schon jeder in Berührung gekommen. Jedoch in der ewigen Blüte des CIM-Zeitalters (Computer-Integrated-Manufacturing = Computerintegration in der Produktion i.w.S.) werden Begriffe wie CIP3, CIP4 oder JDF in der Druckbranche immer häufiger verwendet. Hin und wieder verblüht der eine oder andere Begriff. Der nachfolgende Beitrag soll kurz wesentliche Merkmale der Formate erläutern.

PS:
PostScript ist eine von Adobe universelle plattformübergreifende Seitenbeschreibungssprache (Interpreter), um Grafik und Schrift zu beschreiben, und beinhaltet einen umfangreichen Grafikbefehlssatz, der alle Angaben eines Dokumentes über Text, Schriftart und Größe, Formatangaben, Ausrichtung, Bilder usw. ermöglicht. Diese Daten liegen in der Regel als Klartext-Dateien vor und können mit einem ASCII-Editor bearbeitet und manipuliert werden. Dies ermöglicht die Erstellung nahezu beliebig gestalteter Dokumente, die anfänglich an PS-Drucker gesendet worden sind, um optimale Druckergebnisse zu erhalten. Ein großer Vorteil von Postscript ist die leichte Portierbarkeit, weil die Beschreibung in einer geräteunabhängigen Hochsprache erfolgt.
Wenn keine andere Datei mehr vorhanden ist, kann man die Postscript-Druckdatei zur Weiterbearbeitung in ein Dateiformat seiner Wahl zurück konvertieren. Man erhält eine wieder voll bearbeitbare Datei zurück.

EPS:
Encapsulated Postscript. Ein von Adobe für die Weitergabe von (Bild-)Daten entwickeltes Grafik- bzw. Bilddatenformat mit Pixel- und/oder Vektordaten, das sich für das Einbinden von Strichgrafiken oder Bildern in größere PostScript-Dokumente eignet; es besteht aus einem Header, der für die Ausgabe auf PostScript-Belichtern oder -Druckern relevante Informationen (u.a. Rasterweite, -winkelung und -punktform etc.) enthält, sowie einem PostScript-File mit den eigentlichen Bildinformationen; zusätzlich zu dieser Bildbeschreibung beinhaltet das Format ein niedrigauflösendes Bild (bei PCs meist ein TIFF-Bild oder ein Bild im Windows Metafile Format, WMF; beim Mac ein Bild in TIFF- bzw. PICT-Format) für die Bildschirmdarstellung. (Erklärung von DTP-Praxis)

PDF:
Die Bezeichnung PDF steht für "Portable Document Format“. PDF basiert auf Postscript und wurde – wie sollte es anders sein - von der Firma Adobe entwickelt um foilgende Ziele zu verfolgen: - originalgetreue Wiedergabe von Dokumentenformaten - Unabhängigkeit von einem bestimmten Betriebssystem (Windows, UNIX, Mac) - Unabhängigkeit von verschiedenen Textverarbeitungsformaten (Word, WordPerfect usw.) - geräte- und auflösungsunabhängig, - keine Änderungen von Schriftarten, Seitenumbrüchen usw. beim Austausch mit anderen Rechnern und anders eingestellten Druckern.
Neben Text und Grafik können PDF-Files auch Navigationsinformationen enthalten, wie z.B. Sprungmarken von einer Textstelle zu einer anderen, Inhaltsverzeichnisse (Hypertext-Links URL), miniaturisierte Pagepreviews (sog. Thumbnails oder Piktogramme) usw.

PPD:
Postscript Printer Description-Dateien sind keine Druckertreiber, sondern beeinflussen das Verhalten des Treibers für einen spezifischen Drucker. PPDs enthalten Informationen über das Ausgabegerät, Farbausgabefähigkeit, Papierformate, Ausrichtung, optimierte Rasterweiten und verfügbare Schriftarten.

HTML/SGML/XML:
HTML war die erste wirklich populäre Auszeichnungssprache, ist aber für viele Anwendungen zu unflexibel. SGML bietet eine sehr große Flexibilität, ist aber für praktische Anwendungen im Web zu komplex. XML (Extensible Markup Language) versucht ein Kompromiss zwischen beiden zu sein.
Mit XML, als Teilmenge von SGML (Standard Generalized Markup Language), liegt einer der bedeutendsten Standards der jüngeren IT-Geschichte vor. XML gestattet es, Daten in einer standardisierten Form zu strukturieren. Dabei werden nicht nur die Inhalte von Web-Seiten adressiert, sondern jegliche Daten. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung geschaffen für e-Business / Web-Services weil mit Hilfe von XML Daten zwischen unterschiedlichen Unternehmen / Systemen ausgetauscht werden können.

PPML:
Personalized Print Markup Language von Adobe, Apple und Scitex (mittlerweile viele andere wie HP, XEROX etc.) ist eine offene, flexible und geräteunabhängige Programmiersprache, die auf XML basiert. PPML ist eine Metasprache. Sie beschreibt die Struktur von Jobs, Dokumenten und Seiten (sehr ähnlich dem JDF).

Jobticket:
Eine Sammlung digitaler Informationen, die angeben, wie ein bestimmter Job weiterzuverarbeiten ist. Manche Workflow-Konzepte setzen Jobtickets ein, um die Abläufe in der digitalen Vorstufe weitgehend zu automatisieren. Ist das Jobticket ausgefüllt, sorgt eine zentrale Steuerinstanz dafür, dass Vorgänge wie Farbseparation, Trapping, Rippen, Proofen und Belichten ohne zusätzliche Benutzereingriffe erledigt werden. Das Jobticket ist dabei das elektronische Gegenstück zur Auftragstasche.

CIP3:
International Cooperation for Integration Prepress, Press and Postpress. Die Kooperation bestehend aus u.a. Adobe, Agfa, Heidelberg XEROX uvm. (Sitz in der Schweiz) brachte das PPF-Files hervor.

CIP4:
CIP3 zu CIP4. International Cooperation for Intergration of Process in Prepress, Press and Postpress. Weiterentwicklung von PPF zu JDF.

PPF:
Firmenübergreifendes Austauschformat der CIP3. Es wurden konforme Schnittstellen geschaffen, die z.B. die herstellerunabhängige Übernahme von Farbvoreinstellungen in die Druckmaschine ermöglichte.

JDF:
Job Definition Format. JDF ist ein beschreibendes XML-basiertes Dateiformat (vorgeschlagen als Industrieformat) für den digitalen Workflow in Kombination mit einem Nachrichten und Austauschstandard. Ziel ist es, Maschinen- und Gerätesteuerungen, Druckereivernetzung und internationale Datennetze zusammenzuführen, basierend auf gleichen Standards. JDF soll modular aufgebaut werden und somit jederzeit erweiterbar sein. Hier stehen die Prozesse, die Produktionsabläufe im Vordergrund. Mit JDF soll es möglich werden, über den technischen Workflow hinaus unter einem herstellerneutralen Standard die Geschäftsprozesse einzubinden. Damit lässt sich die Verknüpfung mit den betrieblichen Abläufen besser realisieren. Daraus soll eine rationellere Auftragsabwicklung und effektivere Überprüfung des wirtschaftlichen Ergebnisses resultieren. Mehrfacheingaben entfallen. Die Idee vom durchgängigen elektronischen Jobticket für alle Fertigungsprozesse von der Auftragsannahme bis zur Nachkalkulation soll Realität werden.
Es umfasst alle Funktionen des PPF-Standards und alle Eigenschaften von PJTF.

PTJF:
Portable Job Ticket Format. Ähnlich wie PPF nur eine reine Entwicklung von Adobe.


KURZ UND KNAPP:
PCL:
Abkürzung für "Printer Command Language" (Druckerbefehlssprache)

HPGL:
Hewlett Packard Graphics Language. Spezielle Kommandosprache für Plotter von Hewlett-Packard, die sich zum Standard. Aktuell HPGL/2.

HPPCL:
Abkürzung für "Hewlett Packard Printer Control Language". Programmiersprache zum Ansteuern von HP-kompatiblen Druckern, dieauch von anderen Herstellern übernommen wurde.

 


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